Jahresrückblick der Einsätze

Halbjahresbilanz der Einsätze 2019

Meerbusch, den 02.07.2019

Zu 316 Einsätzen wurde die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch in der ersten Jahreshälfte gerufen. In 72% aller Fälle wurden wir auch vor Ort tätig indem wir 58 Brände löschten und 170 mal Technische Hilfe leisteten. Im Jahr 2018 bilanzierten wir im vergleichbaren Zeitraum in Folge des einsatzreichen Sturms Frederike über 400 Einsätze. Somit kann das erste Halbjahr 2019 schon eher als „normales Einsatzhalbjahr“ betrachtet werden.

 

Die reine Zahlenlage sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige der Einsätze durchaus über mehre Stunden andauerten und teilweise eine große Anzahl an Meerbusch Einsatzkräften forderten. So stand Mitte März eine Schreinerei in Bösinghoven im Vollbrand. Über mehrere Stunden hinweg waren bis zu 80 Feuerwehrfrauen und Männer vor Ort und konnten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern und den Brand löschen. Der Dachstuhl und Teile der Schreinerei wurden erheblich beschädigt. Ende April kam es dann zu einem Brand in einer Lanker Doppelgarage, auf der ein Taubenschlag aufgesattelt war. Durch den dichten Brandrauch kamen bedauerlicherweise über 100 Zuchttauben ums Leben. Etwa 80 Tiere konnten lebend gerettet werden. Durch den Rauch wurde auch ein Anwohner verletzt und vorsorglich durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.

Besondere Brisanz hatte ein Einsatz Anfang Juni auf dem Daddersweg in Büderich. Eine Terrassenüberdachung war dort in Brand geraten und hatte bei Eintreffen der Feuerwehr bereits auf das Gebäude übergegriffen. Durch ein geplatztes Fenster breitete sich giftiger Brandrauch im Gebäude aus. Die Bewohner hatten sich eigenständig in einen nicht betroffenen Gebäudeteil zurückgezogen und wurden umgehend vom Rettungsdienst untersucht. Der Brand war mit Hilfe zweier Strahlrohre binnen weniger Minuten gelöscht.

Mit über 18 Stunden erwies sich der Brand von rund 400 Strohballen in Nierst vor wenigen Wochen als besonders zeitintensiv. Da von dem Feuer keine direkte Gefahr für die angrenzenden Gebäude ausging, brachten die Feuerwehrkräfte mehrere Strahlrohre in Stellung, um die Umgebung vor Wärmestrahlung und auffliegenden Funken zu schützen. Der Landwirt und Besitzer der betroffenen Fläche zog mit einem Traktor eine Schneise rund um die Strohmiete in das Kornfeld, um die Maßnahmen der Feuerwehr zu unterstützen. Da ein Löschen der dicht gepressten Strohballen mit Wasser kaum möglich ist und dies außerdem eine weitere Ausbreitung des Schadens durch in den Boden eindringendes Löschwasser nach sich gezogen hätte, entschied die Feuerwehr, die Strohmiete zunächst kontrolliert abbrennen zu lassen.

 

Gerade die Einsätze im Bereich der Technischen Hilfe zeigen wir vielseitig eine Feuerwehr heutzutage aufgestellt ist. Die Erwartungshaltung aus der Bevölkerung an die Feuerwehr als „Allrounder in allenNotlagen“ ist auch in Meerbusch merklich angekommen. 35 Personen und 23 Tieren eilte die Meerbuscher Wehr in den ersten sechs Monaten zur Hilfe. Meistens benötigten die Personen hinter einer verschlossenen Türe medizinische Hilfe und die Feuerwehr sorgte für den schnellen Zugang. Rund 50 Einsätze drehten sich um Gefahren im Straßenverkehr. Sei es im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen oder Kraftstoffspuren, die durch die Feuerwehr entfernt wurden. 44 Sturmeinsätze und sieben Wasserschäden runden das Aufgabenspektrum ab.

 

Ein weiterer Blick in die Statistik verdeutlich sehr anschaulich die Struktur der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch mit ihren 19 hauptamtlichen Feuerwehrmännern auf der Osterather Feuerwache und den 261 Freiwilligen Frauen und Männern in vier Löschzügen und drei Löschgruppen in fast allen Meerbusch Stadtteilen. Zu 172 Einsätzen rückten die hauptamtlichen Kräfte bisher aus. Dieser vergleichsweise hohe Wert liegt zum einen daran, dass sie werktags viele kleinere Einätze ohne die Hilfe der Freiwilligen abarbeiten können und zum anderen, weil sie mit einer von zwei Meerbuscher Drehleitern ein Fahrzeug rund um die Uhr besetzen, dass zu vielen Einsätzen immer mit ausrückt.

 

Bei den Freiwilligen Einsatzkräften verteilen sich die Alarmierungen etwas anders. Der Löschzug Osterath ist mit 114 Einsätzen bisher ebenfalls sehr häufig gerufen worden. Die Löschzüge aus Büderich und Lank mussten 91 bzw. 76 Einsätze bewältigen und die Mitglieder des Löschzugs Strümps kommen auf 33 Alarmierungen von Januar bis Ende Juni. 27 bzw. 21 Mal rückten die Löschgruppen Langst-Kierst und Nierst aus. Die Löschgruppe Ossum-Bösinghoven verzeichnet sieben Einsätze.