Jahresrückblick der Einsätze

Einsatzbilanz 2017

Meerbusch, den 01.01.2018

Einen deutlichen Anstieg der Einsatzzahlen verzeichnet die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch rückblickend auf das Jahr 2017. Während ein normales Jahr, in dem keine unwetterbedingten Einsatzhäufungen die Statistik nach oben ausschlagen lassen, die Meerbuscher Wehr knapp 500 Mal fordert, mussten im vergangenen Jahr 539 Einsätze absolviert werden. In den Vorjahren waren es jeweils 493 Einsätze in 2016 (+9%) und 464 Einsätze in 2015 (+16%). Dieser Trend zeichnete sich bereits Mitte des Jahres ab, als die Einsatzzahlen bei 270, also ziemlich genau bei der Hälfte lagen.


Ein weiterer Blick in die Statistik zeigt, dass nach wie vor die Hälfte aller Feuerwehreinsätze in Meerbusch in den Bereich der Technischen Hilfeleistung fallen. Hierzu zählen Einsätze nach Verkehrsunfällen mit oder ohne verletzte Personen, Sturm- oder Wassereinsätze bei denen z.B. Keller vollgelaufen sind, Einsätze mit Tieren oder Ölspuren um öffentlichen Verkehrsraum die schnell beseitig werden müssen. Aber auch wenn Personen in ihren Wohnungen eingeschlossen sind, dringende medizinische Hilfe benötigen und nicht mehr eigenständig die Türe öffnen können rückt die Feuerwehr aus und ermöglicht mit Spezialwerkzeug den raschen Zugang für den Rettungsdienst. Weiterhin fallen jegliche Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern im biologischen oder chemischen Umfeld in diesen Bereich.


Zwei sehr ähnliche Verkehrsunfälle ereigneten sich an fast gleicher Stelle im Jahr 2017 kurz vor der Ortseinfahrt in Bösinghoven. Jeweils im August und Dezember prallte ein Kleinwagen gegen einen Baum. In beiden Fällen wurden der Fahrer bzw. die Fahrerin in Folge des Unfalls schwer verletzt und mussten von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug mit hydraulischem Rettungsgerät gerettet werden.

Am 5. Dezember 2017 ereignete sich abends ein besonderer Einsatz im Bereich der technischen Hilfe als auf der Bahnstrecke zw. Neuss und Meerbusch-Osterath als ein Personenzug auf einen Güterzug auffuhr. Dieser Einsatz entwickelt sich schnell zu einem der größten Einsätze, den die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch je zu bewältigen hatte. Nie zu vor galt es innerhalb kurzer Zeit 173 betroffene und verletzte Personen aus einem realen Einsatzereignis heraus zu betreuen, zu versorgen und zu behandeln, niemals zuvor wurden rund 400 Einsatzkräfte aus ganz unterschiedlichen Hilfsorganisationen und Städten auf Meerbusch Stadtgebiet tätig und niemals zuvor war das regionale, überregionale, nationale und internationale Medieninteresse so groß wie bei diesem Einsatz.


Die klassischen Brandeinsätze liegen bei 20% aller Einsätze und sind, im Vergleich zu den Vorjahren, etwas rückläufig. Überwiegend handelt es sich dabei aber um Brände, bei denen die Feuerwehr mit relativ wenig Wasser, in der Regel einem Feuerlöscher oder einem Strahlrohr, den Brand unter Kontrolle bekommt. Immer häufiger können die Wehrleute auch beobachten, dass Heimrauchmelder bereits in der Entstehungsphase eines Brandes korrekt auslösen, die Bewohner rechtzeitig gewarnt werden und dann selber erfolgreich erste Löschversuch einleiten. Die richtigerweise alarmierte Feuerwehr kontrolliert den betroffenen Bereich dann noch mal, muss aber meistens keine weitere Brandbekämpfung durchführen. Zu den größeren Brandeinsätzen zählten im Januar ein Zimmerbrand auf der Bösinghovener Straße und ein Kellerbrand auf der Düsseldorfer Straße in Büderich bei dem vier Personen über die Drehleiter von den Balkonen gerettet werden musste, weil der Fluchtweg durch das Treppenhaus durch den dichten Qualm versperrt war. Ende Mai brannte eine Wohnung auf der Krefelder Straße in Osterath komplette aus. Personen kamen hierbei glücklicherweise nicht zu Schaden und die Feuerwehr verhinderte mit einem Großaufgebot die Brandausbreitung auf umliegende Gebäude. Im Juni beschädigte ein Brand im Dachgeschoss ein Einfamilienhaus in Ilverich. Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei den Löscharbeiten an der Hand. In Lank brannte Ende August auf der Uerdinger Straße ein Anbau an einem Wohnhaus im Vollbrand, bei dem eine Person verletzt wurde. Die Feuerwehr musste mittels einer Rettungssäge eine Öffnung in ein Garagentor schneiden bevor sie Zugang zum Brandherd erhielt.


Bei 29% aller Einsätze im vergangenen Jahr handelte es sich um Fehlalarme. Vielfach stellte sich die Situation bei Eintreffen der Feuerwehr nicht als so kritisch heraus wie sie beim Absetzen des Notrufs 112 erschien.

 

Ein weiterer Blick auf die statistischen Zahlen zeigt, dass die insgesamt 17 hauptamtlichen Kräfte der Feuerwehr Meerbusch, an den meisten Einsätzen beteiligt sind (325 Alarmierungen). Dies liegt zum einen daran, dass sie werktags viele kleinere Einätze ohne die Hilfe der Freiwilligen abarbeiten können und zum anderen, weil sie mit der Drehleiter ein Fahrzeug besetzen, dass zu vielen Einsätzen automatisch mit ausrückt. 136 Einsätze musste der Löschzug Büderich im Jahr 2017 abarbeiten. Der Löschzug Lank wurde 130 Mal alarmiert und der Löschzug Osterath rückte zu insgesamt 126 Einsätzen aus. 58 Einsätze wurde der Löschzug Strümp gerufen. Die Löschgruppe Langst-Kierst war 29-mal im Einsatz, die Kollegen aus Nierst 25 und aus Bösinghoven 21-mal. Mit 84 Einsätzen sind die Dienstage und Mittwoche die einsatzreichsten Wochentage. Verteilt auf die Uhrzeit wurde die Feuerwehr zwischen 15.00 und 18.00 Uhr am häufigsten in Anspruch genommen.