Wie funktioniert die Feuerwehr?

Wer in Meerbusch den Notruf 112 wählt, bekommt innerhalb weniger Minuten Hilfe von der Feuerwehr Meerbusch. Ob es sich dabei um freiwillige oder hauptberufliche Kräfte handelt, ist dem Hilfsbedürftigen in der Regel egal. Kann es auch sein, denn Fahrzeuge, Schutzkleidung, Ausrüstung und Ausbildung sind gleich.

 

Nirgends sonst ist das Helfernetz im Bereich des Brandschutzes so eng wie in Deutschland. Es gibt rund 22.350 Feuerwehren mit etwa einer Million aktiven Feuerwehrleuten. Hinzu kommen noch 200.000 Mitglieder in den Alters- und Ehrenabteilungen und rund 250.000 Mitglieder in den Jugendfeuerwehren. Die Feuerwehr gehört damit zu den größten Gruppen in Deutschland, die sich für die Mitmenschen engagieren.

 

Zuständig für die Feuerwehren in Deutschland sind die Städte und Gemeinden – und das schon seit dem Mittelalter. Der Brandschutz gehört zu den kommunalen Pflichtaufgaben. Die jeweiligen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind verantwortlich für ihre Feuerwehren. Gesetzliche Grundlage ist das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Rund 95 Prozent der Feuerwehrleute in Deutschland sind ehrenamtlich organisiert. Sie üben normale Berufe aus und kommen nur für Einsätze oder Übungsdienste zum Feuerwehrhaus. Sie bekommen für den Dienst an der Allgemeinheit kein Geld! Bei den restlichen 5 Prozent handelt es sich um Berufsfeuerwehrleute, Werkfeuerwehrleute oder so genannte hauptamtliche Kräfte (zusammen etwa 50.000 Kräfte in ganz Deutschland). Städte über 100.000 Einwohner in Deutschland müssen eine Berufsfeuerwehr vorhalten.

 

Somit unterhält die Stadt Meerbusch mit ihren knapp 60.000 Einwohnern eine Freiwillige Feuerwehr mit insgesamt sieben Einheiten, jeweils in den Ortsteilen Osterath, Lank-Latum, Büderich, Strümp, Ossum-Bösinghoven, Nierst und Langst-Kierst befindet sich ein Feuerwehrgerätehaus. Im Zuge der Gründung der Stadt Meerbusch im Jahr 1970 wurden die vormals eigenständigen Feuerwehren der Ortsteile zur Feuerwehr Meerbusch zusammengefasst. Hinzu kommt die sogenannte hauptamtliche Feuerwache auf der Insterburger Straße in Osterath. Werktags, im Tagesbereich entlasten bis zu sieben hauptamtliche Feuerwehrmänner die freiwilligen Kräfte, in dem sie kleinere Einsatzstellen eigenständig abarbeiten. Bei größeren Lagen bildet sie zusammen mit den jeweiligen Einheiten aus den Ortsteilen ein Team aus Einsatzkräften. Die ebenfalls auf der Feuerwache stationierte Drehleiter ist 24 Stunden an sieben Tagen der Woche von 2 Feuerwehrkräften besetzt. Die Feuerwehr Meerbusch ist somit eine Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften.

 

Derzeit gibt es rund 250 aktive Feuerwehrleute in Meerbusch, geführt wird die Feuerwehr von einem Trio. Dem Leiter der Feuerwehr Herbert Derks stehen seine Stellvertreter Ralf Bolten und Tim Söhnchen zur Seite. Rund 5% unser Kameraden sind weiblich, erfreulicherweise steigt dieser Anteil von Jahr zu Jahr.

Ehrenamtliche Feuerwehrleute üben „normale“ Berufe aus. Sie verdienen also beispielsweise als Bäcker, Optiker, Landwirt, Mechatroniker oder Lehrer ihr Geld. In der Feuerwehr sind alle Berufsgruppen vertreten – vom Hilfsarbeiter bis zum Hochschul-Professor.

 

Bei einer Alarmierung verlassen sie den Arbeitsplatz und eilen zum Feuerwehrhaus. Die Landesfeuerwehrgesetze schreiben vor, dass die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze freistellen müssen. Die Ausfallzeiten bekommen die Arbeitgeber von den Kommunen erstattet. Außerhalb der Arbeitszeiten fahren die Freiwilligen von zuhause oder von der Freizeitaktivität Tag und Nacht zum Feuerwehrhaus. Dort hängt ihre Einsatzkleidung, dort wird die Ausrüstung aufbewahrt und dort stehen die Einsatzfahrzeuge. Dabei ist häufig höchste Eile geboten, nicht nur da es darum geht, Menschen in Not schnellstmöglich zu helfen, auch fordert der Gesetzgeber eine sogenannte Hilfsfrist (Zeit vom Absetzen des Notrufs bis zum Eintreffen der ersten Helfer an der Einsatzstelle) von maximal 10 Minuten einzuhalten. Die Fahrzeuge sind dementsprechend mit Sondersignalanlagen (Einsatzhorn und Blaulicht) ausgestattet.

Aber nicht nur dieser abwehrende Brandschutz ist Aufgabe der Feuerwehr, hinzu kommt der vorbeugende Brandschutz, welcher verhindert, dass es überhaupt zu Unglücken kommt. So üben die Kameraden der Feuerwehr Meerbusch regelmäßig in Kindergärten und Schulen bereits mit den Allerkleinsten den sicheren Umgang mit Feuer – und was zu tun ist, wenn doch einmal etwas passiert. Die Feuerwehr Meerbusch erteilt Auflagen zur Sicherheit bei Neubauten im Stadtgebiet, zum Beispiel das Anlegen von Flucht- und Rettungswegen, Löschwasser-Vorratsbehältern, Brandschutztüren, Steigleitungen, Sprinkler-, Rauchabzugs- und Brandmeldeanlagen und überprüft regelmäßig die Einhaltung dieser Vorschriften. Somit ist die Feuerwehr wohl eine der wenigen Organisation, die jede Menge dafür tut, dass sie selbst nichts zu tun hat.

 

In jedem Jahr wird die Feuerwehr Meerbusch zu rund 450 – 500 Einsätzen alarmiert.Iin Jahren, in den größere Unwetterereignisse auftreten, können es auch bis zu 700 werden. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Einsatzspektrum der Feuerwehren deutlich verschoben. Gegründet als Einrichtung zur Brandbekämpfung, dominieren heutzutage mit über 50% die Technischen Hilfeleistungen und die Verhinderung von Umweltschäden. Insofern stimmt der Name Feuerwehr eigentlich nur noch bedingt. Weil die Feuerwehrleute sehr häufig auch größere Umweltschäden verhindern, werden sie manchmal sogar als größte Umweltschutzorganisation der Welt bezeichnet. Dabei leistet die Feuerwehr Meerbusch jedes Jahr bis zu 10.000 Einsatzstunden. Hinzu kommen viele, viele Stunden Zeit für Ausbildung, Lehrgänge und Übungsdienste auf Standort-, Stadt-, Kreis oder Landesebene, Verwaltungsaufgaben sowie Aufwände für die Pflege der Technik.

 

Die Feuerwehr Meerbusch verfügt zur Erfüllung dieser Aufgaben über insgesamt 31 Fahrzeug sowie zwei Boote, denn auch die Hilfeleistung auf dem Rhein gehört zur Aufgabe der Feuerwehr. Dabei ist jede Einheit mit einem oder mehreren Löschgruppenfahrzeugen ausgestattet, welche die Mannschaft und einen Grundstock an Ausrüstung zur Einsatzstelle bringt. Für komplexere Einsätze sind in den Einheiten Spezialfahrzeuge, z.B. für die technische Hilfe, die Wasserversorgung in abgelegenen Gebieten, für Gefahrgutunfälle oder die Logistik stationiert, die dann im gesamten Stadtgebiet Meerbusch zum Einsatz kommen.

 

Mit ihrer häufig über hundertjährigen Geschichte sind die Einheiten der Feuerwehr Meerbusch aber auch eine nicht wegzudenkende Größe im gesellschaftlichen Leben des Ortsteils. So ist die Feuerwehr zur Stelle, wenn helfende Hände bei größeren Veranstaltungen gebraucht werden, veranstaltet aber auch eigene Feste wie die zahlreichen Tage der offenen Tür, der "Steigerturm in Flammen" in Osterath oder die Karnevalsparty in Lank-Latum.

Neben Einsatz, Ausbildung und Übung für den Ernstfall spielt der – vielleicht etwas angestaubte - Begriff der Kameradschaftsarbeit ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch im Hinblick auf die Einsatzfähigkeit der Mannschaft. Kameradschaft bedeutet, dass man unabhängig von persönlichen Beziehungen bereit ist, für einander einzustehen. Man muss sich blind auf die Kameraden verlassen können, im Einsatz bedeutet dies, dem Kamerad das eigene Leben und die eigene Gesundheit anzuvertrauen. Kameradschaft ist die Seele der Feuerwehr und wird in Meerbusch auf vielfältige Weise gepflegt, zum Beispiel beim geselligen Beisammensein nach dem Übungsdienst, dem gemeinsamen Verarbeiten von Einsätzen, bei Unternehmungen mit Partner und Familie oder auch dem gemeinsamen Erleben von Sport. Somit ist die Feuerwehr keine reine Zweckgemeinschaft. Aus ihr entwickeln sich oftmals viele Freundschaften über Einsatz und Übungsdienst hinaus.

 

"Ich will Feuerwehrmann werden" hat schon damals der kleine Drache Grisu gesagt. Auch heute ist das einer der vielen Traumberufe bei kleinen Kindern. Verständlicherweise. Große, rote Autos, vollgepackt mit allerlei technischem Spielzeug und mit Wasser spritzen darf man auch noch – einfach toll. Hierfür gibt es auch in Meerbusch eine Jugendfeuerwehr, die Kindern ab 10 Jahren spielerisch an das Thema Feuerwehr heranführt – aber auch Sport und Spaß kommen nicht zu kurz. In den Gruppen findet allgemeine Jugendarbeit statt: von außerschulischer sozialer Bildung über sportliche Aktivitäten bis hin zu Freizeitfahrten und Zeltlagern. Kaum ein Hobby ist so vielseitig. In den Jugendfeuerwehren werden Werte wie Teamwork und Gemeinschaft, aber auch Zuverlässigkeit und Disziplin geprägt. Viele der Jugendlichen entscheiden sich im Alter von 17 Jahren für den Übertritt in die Einsatzabteilung. Ohne Jugendfeuerwehren kein Ehrenamt Feuerwehr – die Jugendfeuerwehr ist der Motor der Mitgliedergewinnung, auf welche auch die Feuerwehr Meerbusch angewiesen ist.

Wenn bei Ihnen auch nach dem Erwachsenwerden Spaß an solchen Dingen geblieben ist, sollten Sie einmal darüber nachdenken, ob Sie sich nicht für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr gewinnen lassen möchten. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch übernehmen Sie nicht nur Verantwortung, sondern Sie erfüllen auch eine stolze Aufgabe im Bereich der öffentlichen Sicherheit – egal ob als Frau oder Mann. Natürlich ist mit einer sozialen Aufgabe immer mit einer gehörigen Portion Einsatzbereitschaft verbunden. Anders geht es nicht, anders wäre es schlichtweg langweilig. Sofern Sie also bereit sind, einen Teil Ihrer Freizeit und ein Stück von Ihnen als Individuum mit all Ihren Stärken und Schwächen für den Einsatz in der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch zu geben: Nur zu, wir helfen nicht nur, sondern brauchen selbst auch Ihre Hilfe bei der Bewältigung vielfältiger Herausforderungen. Unsere Türe steht für Sie weit offen, treten Sie ein!