2016

Feuerwehr und Rettungsdienst üben den "MANV"

Strümp,den 24.09.2016

Regelmäßig üben Feuerwehr und Rettungsdienst die Zusammenarbeit im Einsatz, wenn eine große Anzahl Verletzter Personen zu beklagen ist, den sogenannten "MANV", den "Massenanfall von Verletzten". Da eine große Anzahl an Verletzten Personen nicht mit den Mitteln des Regelrettungsdienstes versorgt werden kann, hat der Rhein-Kreis Neuss ein entsprechendes Konzept entwickelt, bei dem zusätzliche Rettungsdienstkräfte aus dem gesamtem Kreisgebiet hinzugezogen werden, um alle betroffenen Personen schnell und mit einer umfassenden medizinischer Erstversorgung den Krankenhäusern zuführen zu können. Dies erfordert eine umfassende Logistik sowie Organisation, welche natürlich regelmäßig geübt werden muss, um einen reibunglosen Realeinsatz zu gewährleisten.


Am 24.09. trafen sich insgesamt ca. 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Hilfsorganisationen, Mitarbeiter der Stadt- und Kreisverwaltung, der Notfallseelsorge sowie 25 Verletzendarsteller am Meerbusch-Gymnasium in Strümp, um eine solche Übung durchzuführen. Die Organisatoren der Übung, allen voran Dr. Marc Zellerhoff als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Rhein-Kreis Neuss sowie Phillip Fassbender von der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch hatten sich ein umfassendes Szenario ausgedacht.


Im Rahmen des Chemie-Unterrichts kommt es zu einer ungewollten Reaktion mit Stichflamme, welche mehrere Schüler teilweise schwer verletzt und zu einer starken Verrauchung des Gebäudeteils führt. Die Schüler flüchten in angrenzende Klassenräume, um Schutz zu suchen. Dies war die Lage, mit der sich die erteintreffenden Kräfte konfrontiert sahen, denn um den Bedingungen im realen Einsatz möglichst nah zu kommen, trafen die Einsatzkräfte nicht alle gelichzeitig, sonder je nach Anfahrtsweg zeitversetzt ein. Die Aufgabe der Feuerwehr war dabei, die Verletzten unter Einsatz von Atemschutzgeräten aus dem Gebäude ins Freie zu bringen und darüber hinaus die beim Unfall ausgelaufenen Chemikalien mittels Vollschutzanzügen zu bergen. Der Rettungsdienst kümmerte sich um die Erstversorgung der Verletzten sowie um Transporte in geeignete Krankenhäuser, welches zu Übungszwecken am Gerätehaus der Feuerwehr in Strümp angenommen wurde. Dort konnten alle Verletztendarsteller wieder aus den Rettungswagen aussteigen und sich, genauso wie die Einsatzkräfte, an einem kleinen Imbiss stärken.


Nach einem ersten Resümee zeigten sich Übungsleitung sowie -beobachter mit dem Ablauf hoch zufrieden. Die einzelnen Erkenntnisse werden in den nächsten Tagen ausgewertet und dann, wenn notwendig, als Verbesserung in das sog. "MANV-Konzept" des Rhein-Kreises Neuss eingearbeitet.